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Interview Berlin Medical – Jost Küster, Produzent „ihre.gesundheit.tv“

Berlin Medical:

Wer sind Ihre Zuschauer?

Küster:

Nun, wie bei den meisten Gesundheitssendungen gehen auch wir von einer älteren Zuschauerschaft aus. 50 plus ist aus unserer Sicht zu hoch angesetzt. Gesundheit und deren Pflege beginnt nicht erst mit 50. Deshalb möchten wir auch die jüngere Generation zu einem verantwortungsbewussten Umgang mit ihrer Gesundheit bewegen. z.B. Sport- und Ernährungstipps spricht sind auch für die Jüngeren spannend.

Berlin Medical:

Hat sich das Interesse an Gesundheit bei den Zuschauern verändert?

Küster:

Wir sind freudig überrascht, feststellen zu können, dass sich der Zuschauer, bzw. leider in vielen Fällen der Patient, zu einem sehr aufgeschlossenen und interessierten Informationspartner entwickelt hat. Er hat eine für uns und für viele Mediziner interessante Form der Mündigkeit erreicht. Um diese Entwicklung weiter zu unterstützen haben wir bei dem Relaunch unserer begleitenden Website www.ihre-gesundheit.tv neue interaktive Tools integriert, die es dem Interessierten möglich machen sollen, seine Informationsinteressen optimiert umzusetzen. Hierzu zählen z. B. die Bereiche: Fragen an den Arzt, oder aber auch der Themenvorschlag.

Berlin Medical:

Was bedeutet das aus Ihrer Sicht für andere Beteiligte aus dem Bereich der Medizin?

Küster:

Eine sehr gute und aus meiner Sicht vor allem sehr wichtige Frage!

Die Mündigkeit des Patienten stellt sich auf Grund unserer Erfahrungen sehr vielschichtig dar. Ich möchte an dieser Stelle gern ein Beispiel nennen:

Ein Patient, der unter einer sehr schwierigen Indikation, wie z.B. der Analinkontinenz leidet, findet mittlerweile die Bereitschaft, auf Grund eines Beitrags von uns, Kontakt zu suchen, um neue innovative Behandlungsmethoden näher zu hinterfragen, d.h. konkret:

  • Wer ist in der Lage, eine solche Behandlung vorzunehmen?
  • Trägt das die Kasse?
  • Was kann ich tun?

Das ist eine Entwicklung, die nicht nur uns als Journalisten, sondern auch die behandelnden Ärzte wirklich glücklich macht, denn – wir können wirklich aktiv helfen!!

Ein weiteres Beispiel:

Ein(e) Patient(in) ist auf der Suche nach einer behandelnden Abteilung eines Klinikums, die qualifiziert und mit neuester Technik relevante Indikationen behandelt.

Viele innovative, gut aufgestellte Abteilungen sind sich der Bedeutung einer qualifizierten Darstellung Ihrer außerordentlichen Leistungen bewusst. Sie gehen den Weg einer adäquaten Kommunikationsform, sei es Imagefilm, Darstellungen per Internet, etc.

Berlin Medical:

Sorry, diese Kommunikationsformen kosten sehr viel Geld, leidet das Klinikbudget nicht intensiv darunter?

Küster:

Sie überraschen mich! Eine erneute gute und sehr wichtige Frage!

Zunächst, JA.

Information kostet Geld, doch wie viel Geld kann ich als wirtschaftliches Unternehmen generieren, ob als Praxis, oder Klinik, wenn ich meine Qualitäten, oder auch Fähigkeiten richtig darstelle? In dem Bewusstsein, dass der Patient mündig, d.h. freie Wahl des Arztes, bzw. Klinikums ist und darüberhinaus auch noch über Internetaffinität verfügt , wäre es wirtschaftlich ein faux pas hiermit nicht offensiv umzugehen.

Wir alle kennen den Ausspruch von Henry Ford, der seinerzeit sagte: „Wer der Meinung ist, kein Geld in die Werbung investieren zu müssen, kann auch versuchen, mit dem Anhalten der Uhr Zeit zu sparen…“

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